Storytime: Bücher, Bücher, zu viele Bücher…

Unter dem Titel “Storytime” veröffentliche ich in loser Reihenfolge Artikel zu Themen, die mich persönlich akut beschäftigen: Wie ich in meiner eigenen Wohnung Ordnung halte, welche Strategien ich nutze, welche Herausforderungen es gibt.

Meine aktuelle Herausforderung: eine Ikea-Tüte (die große!) voller aussortierter Bücher und keine Ahnung wohin damit!

Weil ich derzeit meiner Wohnung ein Upgrade gönne und ein Bücherregal rauswerfe, war es an der Zeit, meine Bücher Stück für Stück in die Hand zu nehmen und zu entscheiden: Haben sie mir gefallen? Werde ich sie noch einmal lesen? Und wenn die Entscheidung richtig schwer war: Würde ich sie heute noch einmal kaufen?

Natürlich kommt man dabei auch in Kontakt mit der eigenen Nachlässigkeit: Da ist der Roman, den ich seit fünf Jahren lesen wollte, aber es nie getan habe. Die Fremdsprache, die ich lernen wollte, aber es nie getan habe. Gleichzeitig entwickelt sich der Mensch weiter und die Technologie auch. Selbst der Duden ist inzwischen im Internet. Mit neuen Lebensabschnitten sind die Schulbücher, Fachbücher aus der Ausbildung, früher geliebte Bildbände oder Genre nun einmal nicht mehr attraktiv. Sie können Platz machen für… naja, für Platz. Oder für aktuelle Interessen, egal ob Sachbuch oder Krimireihe. Oder den eBook-Reader.

chaos_im_kleiderschrank_buecher_aussortieren_2015.01.05 Gute 30 Werke sind also in meiner Aussortieren-Tüte gelandet. Und jetzt? Der Markt ist übersättigt von gebrauchten Büchern. Für 0,15 € das Stück ist mir der Aufwand für einem Online-Reseller alles einzutippen und zu verschicken zu groß. (Ausnahme: teure Fachbücher lohnt es sich manchmal bei eBay, Amazon und Co. zu verkaufen.) Auch mich auf den Flohmarkt zu stellen, für eine Standgebühr, um dann auf 0,50 € das Stück heruntergehandelt zu werden, klingt nicht so erquickend.

Dann lieber spenden: Zum Beispiel nehmen Oxfam Shops gut erhaltene Bücher an, die noch eine Relevanz haben (ein “Windows 95 for Dummies” kauft auch dort niemand mehr) und stecken die Einnahmen in Charity-Projekte. Meine aussortierten Dinge weiterzugeben und damit zu helfen, das finde ich immer gut.

Oder verschenken: Alle Freunde und Verwandten, die mich in Zukunft besuchen kommen, dürfen in die Büchertüte greifen und einen Schmöker mit nach Hause nehmen. Oder die Bücher werden noch mehr Menschen zur Verfügung gestellt: Den Nachbarn im Hausflur oder auf der Straße, den Kollegen im Büro, den Mitschülern oder Kommilitonen im Unterichtsraum. Viele Städte haben auch öffentliche Bücherschränke, die sich über Zuwachs freuen. Aber Achtung: Auch hier will niemand “Windows 95 for Dummies” lesen…

Und was lerne ich daraus: Ich bin dankbar für jedes Mal, wo ich mir in der Vergangenheit ein Buch aus der Bibliothek ausgeliehen habe und es sorgenlos zurückbringen konnte. Auch unter Freunden oder in der Familie lassen sich Bücher fleißig tauschen, besonders aktuelle Bestseller, die gerade alle lesen wollen. Geld spart es außerdem. Sharing is caring und die meisten Bücher liest man doch nur einmal. Und sonst einfach noch einmal ausleihen!